Kurzübersicht – Camping an Bord
- Was es bedeutet
- Du schläfst im Wohnmobil auf dem offenen Fahrzeugdeck
- Strom
- Schuko 230-V-Anschluss bereitgestellt; 10–15 m Verlängerungskabel mitbringen
- Reedereien
- Superfast Ferries, ANEK Lines, Minoan Lines, Grimaldi Lines
- Beste Routen
- Ancona – Patras, Venedig – Patras (längere Nachtüberfahrten)
- Deckzugang
- Variiert je Reederei; oft nur in bestimmten Zeitfenstern oder gar nicht unterwegs
- Kosten vs. Kabine
- Generell günstiger als 2 Kabinenplätze; Ersparnis ca. €40–120 je nach Route und Saison
- Verfügbarkeit
- Begrenzte Plätze je Abfahrt – im Voraus buchen, besonders Juli–August
Was ist Camping an Bord?
Auf den meisten Fährrouten wird von Fahrzeugreisenden erwartet, dass sie ihr Auto oder Wohnmobil abschließen und für die Dauer der Überfahrt auf die Passagierdecks gehen. Das Fahrzeugdeck – ein großer, niedriger Laderaum – ist für Passagiere gesperrt, sobald das Schiff auf See ist.
„Camping an Bord" (camping on board) ist ein spezieller Tarif auf ausgewählten Abfahrten, der diese Regelung für Wohnmobil- und Campervan-Reisende ändert. Statt dein Fahrzeug zu verlassen, parkst du auf einem eigens ausgewiesenen Bereich des offenen Decks (oder eines teils offenen Fahrzeugdecks), schließt dich an eine Landstromsteckdose an und verbringst die Nacht in deinem eigenen Bett. Du buchst keine Kabine – dein Wohnmobil ist deine Kabine.
Diese Lösung ist auf Adria-Fährrouten gut etabliert und bei Overlandern, Rentnern in großen Reisemobilen und Wohnmobil-Familien beliebt, die ihren eigenen Raum bevorzugen. Die Fahrzeugdecks, die für Camping an Bord genutzt werden, sind meist der frischen Meeresluft ausgesetzt (manchmal recht kalt, selbst im Sommer) – das solltest du bei deinen Vorbereitungen berücksichtigen.
Offenes Deck vs. überdachtes Deck
Manche Schiffe bieten Camping an Bord auf einem offenen Oberdeck an, das Wind und Wetter ausgesetzt ist. Andere nutzen ein überdachtes, aber belüftetes Deck. In beiden Fällen ist es deutlich kühler als in einer Kabine. Ein warmer Schlafsack und gute Rollos machen auch im August einen echten Unterschied.
Welche Reedereien bieten Camping an Bord an?
Camping an Bord ist auf Nachtabfahrten von den wichtigsten italienischen Adriahäfen nach Griechenland verfügbar. Die wichtigsten Anbieter sind:
| Reederei | Routen mit Camping an Bord | Hinweise |
|---|---|---|
| Superfast Ferries | Ancona – Patras, Ancona – Igoumenitsa | Gut etabliertes Angebot; bei der jeweiligen Abfahrt auf Verfügbarkeit prüfen |
| ANEK Lines | Ancona – Patras, Ancona – Igoumenitsa | Betreibt häufig in Partnerschaft mit Superfast auf gemeinsamen Fahrplänen |
| Minoan Lines | Ancona – Patras, Venedig – Patras | Größere Kreuzfahrt-Schiffe; gutes Angebot über Deck |
| Grimaldi Lines | Ancona – Patras, Brindisi – Igoumenitsa | Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis; Camping-an-Bord-Tarife auf längeren Überfahrten |
Verfügbarkeit variiert je nach Abfahrt und Saison. Beim Buchen immer bestätigen lassen, dass der Camping-an-Bord-Tarif für die gewählte Abfahrt gilt.
Nicht jede Abfahrt ab einem bestimmten Hafen bietet Camping an Bord. Tagesüberfahrten und kürzere Routen (wie Bari – Igoumenitsa oder Brindisi – Igoumenitsa) haben diese Option seltener, da die Überfahrtzeit eine Übernachtung auf dem Deck nicht rechtfertigt. Auf den längeren Nachtüberfahrten – besonders Ancona – Patras (rund 20–21 Stunden) und Venedig – Patras (rund 24–30 Stunden) – ist Camping an Bord am sinnvollsten und am weitesten verbreitet.
Zugang zum Fahrzeugdeck während der Überfahrt
Das ist einer der häufigsten Verwirrungspunkte bei Erstfahrern mit dem Wohnmobil. Die Regeln unterscheiden sich zwischen den Reedereien erheblich:
- Eingeschränkter Zugang (am häufigsten): Während der Überfahrt dürfen Passagiere das Fahrzeugdeck nicht betreten, solange das Schiff fährt. Du gehst zu deinem Wohnmobil hinunter, richtest dich ein, und musst das Deck verlassen, bevor das Schiff ablegt. Du kannst zu einem festgelegten Zeitpunkt – oft ein Fenster um Mitternacht oder nach einer bestimmten Stundenzahl – zurückkehren und musst das Deck vor der Ankunft wieder verlassen.
- Begrenzte Zeitfenster: Manche Betreiber erlauben zwei oder drei kurze Zugangsfenster während der Nacht, meist 15–30 Minuten jeweils, damit Passagiere ihr Fahrzeug kontrollieren oder Dinge holen können.
- Camping auf offenem Deck: Bei einigen Abfahrten (meist auf dem offenen Oberdeck) können Passagiere freier kommen und gehen, da das Deck offen statt versiegelt ist. Das ist in puncto Zugang angenehmer, wettermäßig aber weniger.
Beim Buchen die jeweiligen Regeln des Betreibers für die Abfahrt prüfen. Wenn der Deckzugang für dich wichtig ist – z. B. weil du Haustiere hast, regelmäßig Medikamente aus dem Wohnmobil brauchst oder Kleinkinder dort schlafen – ist das eine wichtige Frage, die du vorab klären solltest.
Haustiere und Zugang zum Fahrzeugdeck
Die meisten Reedereien erlauben keine Haustiere in den Fahrgastbereichen des Schiffes. Wenn du mit einem Hund oder einer Katze reist, muss dein Tier im Fahrzeug bleiben. Camping an Bord ist dann die praktischste Lösung – du musst dich aber an die Regeln des Betreibers halten, wann du das Fahrzeugdeck besuchen darfst, um dein Tier zu versorgen.
Strom an Bord
Camping-an-Bord-Stellplätze sind mit einer 230-V-Schuko-Steckdose (dem üblichen europäischen Zweipoligen Stecker) ausgestattet. Die Leistung ist typischerweise auf etwa 6–10 A je Stellplatz begrenzt – ausreichend für Beleuchtung, Handy-Laden, einen Kompressorkühlschrank und ein CPAP-Gerät, aber nicht für eine Klimaanlage oder einen Wasserkocher gleichzeitig.
Das Wichtigste, was du mitbringen solltest, ist ein langes Verlängerungskabel – idealerweise 10–15 m. Die Steckdose kann an einem Pfeiler weiter entfernt von deinem Stellplatz sein, und ein kurzes Kabel reicht möglicherweise nicht. Ein CEE-Campingstecker (blau, 16 A) ist auf diesen Fähren nicht Standard; du brauchst ein Schuko-auf-Schuko-Kabel oder einen entsprechenden Adapter.
Wasser ist auf dem Fahrzeugdeck nicht angeschlossen. Du musst deinen Frischwassertank vor dem Einchiffen füllen oder die Wasserstellen im Fahrgastbereich des Schiffes nutzen (einen faltbaren Behälter mitbringen, wenn die Tanks knapp werden). Grau- und Schwarzwasser müssen während der gesamten Überfahrt in deinen Tanks bleiben.
Wie du Camping an Bord buchst
Der Camping-an-Bord-Tarif ist eine eigene Buchungskategorie, getrennt von der üblichen Kombination Fahrzeug + Kabine. Beim Suchen nach Tickets nach Optionen mit der Bezeichnung „camping on board", „Camping an Bord", „deck camping" oder einfach „Deck" in der Unterkunftsauswahl suchen. Auf manchen Buchungsplattformen erscheint es als Alternative zu Kabinenoptionen; auf anderen musst du es explizit auswählen.
Der Gesamtpreis, den du zahlst, setzt sich zusammen aus: Passagierpreis × Personenzahl + Fahrzeugtarif nach Länge. Es kommt kein separater Kabinenaufpreis hinzu – der Camping-an-Bord-Zugang ersetzt die Kabine. Wenn diese Option bei der Online-Buchung nicht erscheint, direkt beim Betreiber oder bei einem spezialisierten Fährbuchungsdienstleister anrufen, da die Option auf einigen Drittanbieter-Plattformen nicht deutlich ausgewiesen ist.
Nutze unsere Suche, um Preise bei verschiedenen Reedereien zu vergleichen – du kannst nach Fahrzeugtyp filtern und sehen, welche Abfahrten Camping-an-Bord-Tarife anbieten:
Camping-an-Bord-Tarife finden
Aktuelle Tarife für dein Wohnmobil suchen – nach Route und Abfahrt filtern, um Nachtüberfahrten mit Camping an Bord zu finden.
Preise live suchen Preise auf DirectFerriesCamping an Bord vs. Kabinenbuchung
Der finanzielle Vorteil von Camping an Bord ist eindeutig. Eine Kabine für zwei Passagiere auf einer langen Nachtüberfahrt – etwa Ancona nach Patras – kostet je nach Kabinenklasse und Saison typischerweise €40–120 pro Person mehr als der Basispreis. Für zwei Personen sind das €80–240 extra für eine Vierbett-Innenkabine oder eine Außenkabine.
Camping an Bord entfällt dieser Kostenpunkt vollständig. Du zahlst den Fahrzeugtarif (der den Camping-an-Bord-Stellplatz umfasst) und die Passagierpreise – das war's. Die Ersparnis fällt in der Hochsaison (Juli–August) am stärksten auf, wenn Kabinenpreise am höchsten sind und ein Camping-an-Bord-Tarif für zwei Personen €100–200 günstiger sein kann als eine vergleichbare Kabinenbuchung.
Der Kompromiss liegt beim Komfort im herkömmlichen Sinne: Der Zugang zu den Duschanlagen des Schiffes ist weniger frei (du kannst sie im Fahrgastbereich nutzen, wenn du hochgehst), du bist den Deckzugangsbeschränkungen unterworfen, und die Umgebung auf dem Fahrzeugdeck ist lauter und stärker den Elementen ausgesetzt als eine Kabine. Viele Wohnmobil-Reisende empfinden das als akzeptablen Tausch – sie haben bereits ihren eigenen komfortablen Schlafbereich und bevorzugen ihn gegenüber einer fremden Schiffsliege.
| Camping an Bord | 4-Bett-Kabine | Außenkabine (2 Personen) | |
|---|---|---|---|
| Kosten (grob, 2 Personen) | Nur Passagierpreise | +€40–80 pro Person | +€80–160 pro Person |
| Privatsphäre | Eigenes Wohnmobil | Mit 2 weiteren geteilt | Privat für 2 |
| Betten | Eigenes Bett im Wohnmobil | Schiffskoje | Schiffsbett |
| Duschen | Über Fahrgastdeck | Über Fahrgastdeck oder en suite | Über Fahrgastdeck oder en suite |
| Haustiere | Tier bleibt bei dir im Fahrzeug | Tier allein auf Fahrzeugdeck | Tier allein auf Fahrzeugdeck |
| Lärm/Umgebung | Fahrzeugdeck; Motorengeräusche | Kabine; ruhiger | Kabine; Meeresblick |
Praktische Tipps für Camping an Bord
- Langes Verlängerungskabel mitbringen: 10–15 m Schuko-Kabel ist der einzeln wichtigste Ausrüstungsgegenstand. Ohne es erreichst du die Steckdose möglicherweise nicht von deinem Stellplatz aus.
- Warm anziehen: Fahrzeugdecks sind der Meeresluft ausgesetzt – selbst an Sommernächten kann die Adria kühl sein. Warme Lagen und gute Schlafunterlage sind Pflicht.
- Vor Deckschließung alles vorbereiten: Sobald der Zugang eingeschränkt ist, kannst du keine Gegenstände mehr holen. Nimm Toilettenartikel, Medikamente, Handy-Ladekabel und alles andere Benötigte mit nach oben, wenn du in den Fahrgastbereich gehst.
- Gasregeln: Alle Gasflaschenventile vor dem Einchiffen schließen. Manche Betreiber verlangen, dass Flaschen abgedreht sind und der Staukasten zur Kontrolle geöffnet bleibt. Bei der Buchung die spezifischen Regeln des Betreibers erfragen.
- Nivellierung: Du kannst dein Wohnmobil auf einer fahrenden Fähre nicht nivellieren – und das Schiff rollt. Bei Empfindlichkeit gegen Bewegung entsprechende Vorkehrungen treffen. Das Fahrzeugdeck liegt tiefer im Schiff und ist im Allgemeinen stabiler als die oberen Fahrgastdecks.
- Fahrzeuglänge korrekt angeben: Camping-an-Bord-Plätze werden nach Fahrzeuggröße zugeteilt. Wenn dein Wohnmobil länger ist als gebucht, passt es möglicherweise nicht auf den zugewiesenen Platz.
FAQ
Was bedeutet Camping an Bord auf einer Fähre?
Camping an Bord bedeutet, dass du die Nacht in deinem eigenen Wohnmobil oder Campervan verbringst, während das Fahrzeug auf dem Fahrzeugdeck der Fähre steht. Das Schiff stellt einen Stromanschluss bereit. Du schläfst in deinem eigenen Bett und nutzt deine eigenen Einrichtungen, anstatt eine Schiffskabine zu buchen. Der Zugang zum Fahrzeugdeck während der Überfahrt hängt vom Betreiber ab – er ist oft auf bestimmte Zeitfenster beschränkt.
Welche Reedereien bieten Camping an Bord nach Griechenland an?
Superfast Ferries, ANEK Lines, Minoan Lines und Grimaldi Lines bieten Camping an Bord auf ihren Nachtüberfahrten von Italien nach Griechenland an. Am häufigsten ist es auf den längeren Routen wie Ancona – Patras und Venedig – Patras verfügbar. Nicht jede Abfahrt hat diesen Tarif – beim Buchen prüfen.
Ist Camping an Bord günstiger als eine Kabine?
Ja. Der Camping-an-Bord-Tarif ersetzt die Kabinenkosten: Du zahlst Passagierpreise plus Fahrzeugtarif, aber keinen Kabinenaufpreis. Auf einer langen Nachtüberfahrt kostet eine Kabine für zwei Personen je nach Klasse und Saison typischerweise €80–240 mehr – Camping an Bord kann also eine echte Ersparnis bedeuten, besonders in der Hochsaison, wenn Kabinenpreise am höchsten sind.