Kurzübersicht – Wohnmobil nach Griechenland
- Beste Abfahrtshäfen
- Ancona, Bari (auch Venedig, Brindisi)
- Ankunftshäfen
- Patras, Igoumenitsa
- Wohnmobil-Tarif (grob)
- ~€ 150–400 für Fahrzeug + 2 Personen, je nach Route und Saison
- Fahrzeugpreis
- Nach Länge (und teils Höhe) – Heckträger und Aufbauten immer einmessen
- Camping an Bord
- Auf Nachtüberfahrten verfügbar; Stromanschluss inklusive
- Wichtigste Reedereien
- Superfast Ferries, ANEK Lines, Minoan Lines, Grimaldi Lines
- Saison
- Ganzjähriger Betrieb; Hochsaison Juli–August, frühzeitig buchen
Warum die Fähre nach Griechenland?
Für Wohnmobil-Reisende ist die Adria-Fähre weit mehr als ein reines Transportmittel – sie ist der Beginn des Abenteuers. Statt durch Mitteleuropa und den Balkan zu fahren, lädst du dein Wohnmobil in Italien auf und kommst erholt in Griechenland an – mit gespartem Sprit und freier Straße vor dir.
Alle großen Reedereien auf den Strecken zwischen Italien und Griechenland nehmen Wohnmobile, Campervans und ausgebaute Transporter mit. Neben normalen Pkw steht Fahrzeugdeck-Platz zur Verfügung, und mehrere Abfahrten bieten gezielt Camping an Bord (camping on board) – die Möglichkeit, die Nacht im eigenen Fahrzeug auf dem Autodeck zu verbringen, angeschlossen an Landstrom. Das ist nicht nur günstiger als eine Kabine für zwei Personen, sondern für viele Overlander schlicht komfortabler als eine Schiffskoje.
Die Überfahrtzeiten reichen von rund 8 Stunden (Brindisi – Igoumenitsa) bis über 24 Stunden (Venedig – Patras). So kannst du je nach Wunsch eine Tagesüberfahrt oder eine echte Nachtreise wählen – die gleichzeitig eine Nacht auf dem Campingplatz einspart.
Frühzeitig buchen für Wohnmobil-Plätze
Die Kapazität auf dem Fahrzeugdeck für Wohnmobile ist begrenzt. Im Juli und August sind Wohnmobil-Stellplätze und Camping-an-Bord-Plätze Wochen im Voraus ausgebucht. Wenn deine Reisetermine feststehen, buche so früh wie möglich – meist drei bis sechs Monate im Voraus für die Hochsaison.
Die besten Fährrouten für Wohnmobile
Vier italienische Häfen bedienen Griechenland mit Linienverkehr. So schneiden sie für Wohnmobil-Reisende im Vergleich ab:
| Route | Dauer | Griechischer Hafen | Hinweise für Wohnmobile |
|---|---|---|---|
| Ancona – Patras | ~20–21 Std. | Patras | Beliebteste Route für Wohnmobile aus Nord-/Mitteleuropa; Nachtüberfahrt, Camping an Bord weit verbreitet |
| Bari – Igoumenitsa | ~9–10 Std. | Igoumenitsa | Preis-Tipp-Route; ideal für Epirus oder Meteora; kann Tagesüberfahrt sein |
| Venedig – Patras | ~24–30 Std. | Patras (via Korfu/Igoumenitsa) | Längste, aber malerischste Route; mehrtägige Reise; ideal bei Anreise aus Nordostitalien oder Österreich |
| Brindisi – Igoumenitsa | ~8 Std. | Igoumenitsa | Kürzeste Überfahrt; gut als Tagesfahrt; weniger Camping-an-Bord-Angebot als auf längeren Routen |
Genaue Fahrtzeiten hängen von Reederei und Saison ab. Beim Buchen immer den aktuellen Fahrplan prüfen.
Für die meisten Wohnmobil-Reisenden aus Deutschland, Österreich oder den Niederlanden ist Ancona der ideale Ausgangspunkt: der zentralste italienische Adriahafen, die Nachtüberfahrt passt perfekt für eine Morganankunft in Patras, und Camping-an-Bord-Tarife sind auf dieser Route bestens etabliert. Reisende aus Süddeutschland oder dem Osten Frankreichs finden trotz der längeren Überfahrt vielleicht Venedig praktischer.
Wer ein kleineres Budget hat oder nach Nordwestgriechenland reist, findet bei Bari – Igoumenitsa konstant das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und oft mehr Verfügbarkeit in der Nebensaison.
Wie die Fahrzeugpreise funktionieren
Das überrascht die meisten Wohnmobil-Erstfahrer: Es gibt keinen pauschalen „Auto-Tarif". Fährreedereien berechnen den Fahrzeugpreis in erster Linie nach der Länge und teils auch nach der Höhe. Ein Standard-Pkw (4–4,5 m) liegt in einer niedrigeren Preisstufe als ein Wohnmobil (typisch 6–8 m oder mehr).
Beim Buchen wirst du nach der Gesamtlänge deines Fahrzeugs gefragt. Messe unbedingt genau – und rechne alle hinten montierten Fahrradträger, Anhängerkupplungen, Reserveräder und andere Anbauten mit ein. Schon 10 cm über einer Längengrenze können dich in eine höhere Preisstufe katapultieren. Auch die Höhe spielt auf manchen Routen eine Rolle – Fahrzeuge über etwa 2,5–3 m werden möglicherweise mit einem Aufschlag berechnet oder auf ein offenes Oberdeck verwiesen.
Der Fahrzeugtarif kommt immer zu den Pro-Kopf-Passagierpreisen hinzu. Der Gesamtpreis für eine Wohnmobil-Überfahrt ergibt sich also aus: Passagierpreise × Personenzahl + Fahrzeugtarif nach Länge. Kabinen sind optional – Camping an Bord ersetzt die Kabine vollständig, wenn es angeboten wird.
Ausführliche Preisinformationen und einen routenweisen Vergleich findest du auf unserer Fahrzeugpreise-Seite.
Wohnmobil vor der Buchung ausmessen
Messe die Gesamtlänge inklusive aller Anbauten: Anhängerkupplung, hinterer Fahrradträger, Schwenkarm-Reserverad, überstehendes Dachgepäck. Eine zu kurz angegebene Länge beim Einchecken kann Nachzahlungen oder im schlimmsten Fall Boarding-Verweigerung zur Folge haben.
Die besten Häfen für Wohnmobil-Reisende
Ancona und Bari gelten durchgehend als die wohnmobilfreundlichsten Abfahrtshäfen an der italienischen Adriaküste. Beide verfügen über eigene Fahrzeug-Wartebereiche, gute Zufahrten vom Autobahnnetz und erfahrene Reedereien im Umgang mit Großfahrzeugen. Anconas Terminal an der Stazione Marittima hat Einfahrspuren für Überbreite-Fahrzeuge und ausreichend Warteplatz. Baris Fährhafen ist kompakter, aber effizient.
Venedig erfordert etwas mehr Planung – das Fährterminal in Marghera/Venezia Porto Marghera liegt außerhalb des historischen Zentrums, ist aber leicht über die Autobahn (A4) erreichbar und hat keine Einschränkungen für große Fahrzeuge. Brindisi ist der unkomplizierteste Hafen mit kurzer Überfahrt und übersichtlichem Terminal, wobei das Angebot an Camping-an-Bord-Optionen dort begrenzter ist.
Auf griechischer Seite ist Patras der wichtigste Ankunftshafen mit direktem Autobahnzugang nach Athen, auf die Peloponnes und ins übrige Festland. Igoumenitsa ist das Tor nach Epirus, Meteora sowie auf die Route Richtung Norden nach Albanien oder südostwärts über Ioannina.
Praktische Tipps für deine Wohnmobil-Überfahrt
- Frühzeitig ankommen: Das Fahrzeug-Check-in in italienischen Fährhäfen öffnet 2–4 Stunden vor Abfahrt. Große Fahrzeuge werden typischerweise in eine separate Spur geleitet. Wer zur gleichen Zeit wie Pkw ankommt, kann in der falschen Warteschlange landen.
- Schuko-Adapter: Stromanschlüsse beim Camping an Bord sind Standard-Schuko-Steckdosen. Ein gutes Verlängerungskabel (10–15 m) und ein Überspannungsschutz für empfindliche Geräte an Bord sind empfehlenswert.
- Gasflaschen: Die Vorschriften variieren je nach Reederei. Meist müssen LPG-Flaschen geschlossen und Ventile abgedreht sein; manche verlangen, dass Flaschen aus den Stauräumen entnommen oder der Stauraum belüftet wird. Bei der Buchung die Richtlinien des Betreibers erfragen und Flaschen deutlich kennzeichnen.
- Kühlschrank und Elektrik: Mit Camping an Bord kannst du deinen Kompressorkühlschrank während der gesamten Überfahrt am Landstrom betreiben. Fahrzeuge ohne Stromanschluss sollten den Kühlschrank auf Gas umstellen und sicherstellen, dass die Belüftung den Betreibervorschriften entspricht.
- Reisepass und Dokumente: Griechenland ist Teil des Schengen-Raums. EU/EWR-Bürger benötigen nur ihren Personalausweis; andere brauchen einen gültigen Reisepass. Fahrzeugzulassung und für Nicht-EU-Wohnmobile eventuell ein Carnet de Passages können erforderlich sein.
- Vor dem Einchiffen tanken: In Italien voll tanken – die Kraftstoffpreise in Griechenland können höher sein, besonders auf Inseln und in abgelegenen Gebieten.
Griechenland mit dem Wohnmobil erkunden
Nach dem Anlanden eröffnet sich Griechenland wunderschön für Overland-Reisen. Von Patras aus führt die Autobahn E65 nördlich an Korinth vorbei nach Athen (rund 3 Stunden), während kleinere Straßen südlich auf die Peloponnes führen – Nafplio, Olympia, Mystras und die dramatische Mani-Halbinsel mit einigen der besten Wildcamping-Spots Europas.
Von Igoumenitsa aus nördlich gelangen Wohnmobil-Reisende durch das Bergland Epirus in die Ebenen bei Ioannina und auf das Klosterplateau von Meteora – einem der ikonischsten Wohnmobil-Ziele im Mittelmeerraum. Die Straße östlich von Igoumenitsa entlang der Via Egnatia öffnet den Weg nach Thessaloniki und in den Rest Nordgriechenlands.
Für Insel-Hopping nimmt der griechische Inlandsfährbetreiber Blue Star Ferries Wohnmobile auf vielen Routen ab Patras, Piräus (Athener Hafen) und Rafina mit. Die Ionischen Inseln – Korfu, Kefalonia, Zakynthos – sind mit dem Wohnmobil von Igoumenitsa oder Patras aus erreichbar. Kykladen und Dodekanes erfordern mehr Planung, sind aber von Piräus aus zugänglich.
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